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Möbius-Syndrom der Gesellschaft

Seit meiner absoluten Depressiven Phase geht es mir mittlerweile wieder halbwegs gut. Aber es gibt immer noch Dinge die mich weiterhin beschäftigen.

Was bewegt einen Mann, der sonst so stabil mitten im Leben steht, dazu mitten in der Schule zu weinen? Wie gravierend ist die Sache, die ihn beschäftigt?

Mittlerweile muss ich mir eingestehen, dass jeder, wirklich jeder, ein psychisches Wrack ist. Es kommt immer nur darauf an wie gut sie es verstecken können und wie gut man aufeinander achtet um es zu bemerken.

U-Bahn. Eine junge, mir unbekannte, Frau sitzt mir gegenüber auf einem Vierersitz. Sie ist blond, hat grüne Augen, ist groß und schlank. Das ist vermutlich alles was jeder andere an ihr sehen würde. Doch wer hat in ihre Augen geschaut außer mir? Wer hat bemerkt, dass sie tief traurige Augen hat? Wer? Wie gut achten wir im Alltag aufeinander? Wir sind immer nur mit uns selbst beschäftigt. „Liebe den nächsten!“ Doch davon ist nichts zu spüren. Was muss passieren, damit wir die Augen öffnen? Damit Menschen nicht sinnlos sterben müssen, ertränkt durch die Probleme, die die Gesellschaft produziert.

Gesellschaft. Was ist das? "Im weitesten Sinne die zeitlich andauernde räumliche Gemeinschaft von Lebewesen; im engeren Sinne das strukturierte und organisierte System menschlichen Zusammenlebens und -wirkens. Grundvoraussetzung für die menschliche Entwicklung und für die Entfaltung von Kultur.“ (Brockhaus Lexikon)

Zusammenleben? Nebeneinanderleben! Wer hört sich gegenseitig zu? Jeder hat seine eigenen Probleme. Sentimentalität wird sofort als Schwäche abgestempelt, weil niemand sich mit dem anderen befassen will. Traurig.

Jeder trägt eine Maske. Niemand will wirklich ehrlich sein. Sie haben Angst voreinander. Angst schwach zu wirken. Angst nicht mehr in der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Angst vor der Gesellschaft. Das ist es.

 „Gesellschaft als Grundvoraussetzung für die menschliche Entwicklung“. Aber hat eine Gesellschaft damit nicht in ihrer Aufgabe versagt? Oder war es von Anfang an ihre Aufgabe psychisch Zerstörte, verängstigte, verlogene und gefühlstote Individuen hervorzubringen?

Pluralistische Gesellschaft. Das ist die Bezeichnung von dem Virus das uns befällt. Für jedes Aufgabengebiet haben wir eine unterschiedliche Maske. Arbeit, Schule, Familie, Freunde, Partner. Für alles eine eigene Maske. Das einzige was immer gleich bleibt sind die Augen. „Schau mir in die Augen, Kleines!“ Tatsächlich sind die Augen das Spiegelbild unserer Seele. Man muss sie nur richtig lesen können und vor allem wollen. Wie viele Leute sehen sich heute noch so intensiv in die Augen? Wenn man einer Frau ein Kompliment über ihre Augen macht, wird es sofort als ein versuch sie anzuflirten abgewertet.

Mir wurde häufig gesagt, dass meine Augen die Umgebung extrem spiegeln würden. Und tatsächlich ist es wohl so, dass sie alles wiederspiegeln. Vor allem spiegeln sie die Gesellschaft wieder, die mich zu dem gemacht hat was ich bin. Einem psychisch zerfressenem Menschen, der von Gewalt jeglicher Art geprägt ist. Meine Augen sind dunkelbraun und tief. Sieht man hinein erblickt man sich selbst doch niemals meine Irisstruktur. Nicht mal ich selbst kann es im Spiegel erkennen. Das einzige was ich sehe bin ich.

28.1.10 00:53
 


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