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Schicksalhafte Begegnung

Kalter Regen begrüßte mich in den neuen Tag. Ich fühlte mich etwas besser, war aber immer noch nicht ganz beisammen. Getrübt durch das Telefonat mit meiner Oma humpelte ich langsam durch den Regen Richtung U-Bahn. Die Nässe der Straße spiegelte die Umgebung wieder und unterstrich meine niedergeschlagene Laune.

Die Person, die noch zwei Tage zuvor von Selbstmord sprach, begrüßte mich nun mit guter Laune vermischt mit Hyperaktivität und einem Kater vom Vortag. Ihre leuchtenden, braunen Augen ließen mich für eine Weile auch meine Sorgen vergessen.

Im laufe des Tages kam es zu einem Gespräch zwischen uns bei dem ich ihr endlich meine Gedanken anvertraute, die mich seit längerem beschäftigten. Mir war ein Stein vom Herzen gefallen, doch es hörte trotzdem nicht auf weh zu tun.

Nach einer Feier hatte ich noch ein Gespräch. Meine beste Schulfreundin stellte mir vor Augen wie sinnlos und furchtbar traurig das Leben und die Gesellschaft sei und, dass es im Grunde keinen Sinn gäbe noch weiter zu existieren. So weit war ich auch schon Tage davor...   Ihre depressive Sichtweise des Lebens bestätigte nur meine Annahme, die ich schon immer hatte: Nichts hat einen Sinn. Während sie mir ihre Gedanken mitteilte beschloss ich meine erste Zigarette zu rauchen. Ohne jeglichen Grund. Einfach nur so. Während ich das fremdartige, qualmende Etwas im Mund hielt fühlte ich wie der Rauch meine Atemwege verätzt. Doch es war mir egal. Zu allem Überfluss nahm ich auch noch ein paar Schlucke von ihrem Dosenbier. Ich habe gegen all meine Prinzipien verstoßen und es war mir egal.

Die Busfahrt verbrachten wir schweigend und ich war der Überzeugung, dass weder sie noch ich uns nach diesem Gespräch jemals wieder sehen würden. 

Wieder war ich an derselben U-Bahnhaltestelle wie heute morgen. Der Vollmond schien auf die Gleise.

Plötzlich tauchte jemand auf. Ein hyperaktiver ca. 20 Jähriger Mann sprach uns freundlich an. Er erzählte uns, dass ihn seine Freundin vor ein paar Tagen verlassen hat und er direkt am Tag darauf von Freiburg nach Köln gezogen ist und sich nun zu Tode arbeitet. Seine Erzählung hatte aber nicht ein mal ein Hauch von Trauer. Im Gegenteil. Er war fröhlich. Zwar verärgert, dass seine nun Ex-Freundin so eine Dummheit begangen hat, aber er machte wohl das Beste draus. Seine Lebenseinstellung war für uns beide inspirierend. Sein Sinn des Lebens, wie er uns verraten hatte, ist Glücklich zu sein. Er hätte allen Grund dazu tot-traurig zu sein, aber nein. Stattdessen sagt er, dass man im Leben versuchen soll glücklich zu sein...

Vielleicht bin ich betrunken oder zugenebelt vom Nicotin aber ich fand diesen Menschen ziemlich ermutigend. Wenigstens werde ich nicht zu Tode getrübt schlafen gehen und das wäre schon mal ein Anfang...

 

6.9.09 02:18
 


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